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Leserstimmen evolve 25

Zur Ausgabe 25 »Ende oder Wende: Zwingt uns die Krise zu einem Neuanfang?«

Nachdem ich die neue Ausgabe der evolve gelesen hatte, wollte ich sie zu den bisherigen Heften legen. Da der Stapel inzwischen ziemlich hoch ist, hatte ich die Idee, alle Hefte nochmal durchzugehen und nur die Texte aufzuheben, die mir wirklich wichtig erschienen. So habe ich hin und her gelesen – und dabei festgestellt, dass evolve schon von den ersten Ausgaben an daran mitgewirkt hat, das Feld zu unterstützen, das unsere Transformation ermöglicht. In vielen Artikel und Interviews ging es bereits in den vergangenen Jahren um Themen, die uns jetzt dringlicher fordern als je zuvor. (siehe z.B. Ausgabe 11/2016 »Was können wir tun?«, dabei besonders das Interview mit Prof. Karen O’Brien). Vor dem Hintergrund von 24 »transformativen« Ausgaben, kann nun in der 25. Ausgabe die Frage gestellt werden: »Ende oder Wende«.

Noch ein Wort zum Begriff des transformativen Journalismus, der mir anfangs fremd war und sperrig erschien. Inzwischen kann ich den Unterschied zu gewöhnlichen Texten deutlich erkennen und auch spüren. Es ist ein Unterschied ob ich über etwas schreibe oder von etwas. »Über« bedeutet: Ich betrachte von außen, von meinem persönlichen Standpunkt aus; der Fokus liegt auf dem intellektuellen Verständnis. »Von« bedeutet: Ich stehe in einer inneren Verbindung mit dem entsprechenden Feld, berichte also von etwas, das ich selbst erfahren habe und kenne (früher hätte man gesagt: »ich zeuge von etwas«); der Fokus liegt auf dem Aspekt des Bewusstseins. Daraus erhält der Text eine besondere Kraft, die aus meiner Verbindung mit dem Feld resultiert und die den Leser nicht nur im Denken, sondern im Bewusstsein, im ganzen Wesen berührt. Es entsteht eine Verbindung zwischen dem Feld, dem Verfasser und dem Leser. Dieses Berührtwerden schafft die Voraussetzung für Transformation: »Am Anfang war das Wort.«

Peri Schmelzer, Nürnberg


Ich war seit Anbeginn eine begeisterte Leserin Ihrer Zeitschrift. Sie hat mir viel gegeben. Ich bin an einem Punkt angekommen, wo es mir weh tut, diese schönen Visionen (die zum Teil in kleinen Projekten auch gelebt werden) zu lesen. Ich liebe die Haltung, in der ich verbunden bin mit dem großen Ganzen, ich kann es auch immer wieder fühlen, ich möchte, dass wir sorgsamer mit Ressourcen, mit Tieren, mit anderen Menschen umgehen. Ich habe mit einem Bekannten, der sich in der Grünen Wirtschaft engagiert, über das Buch »Klima« von Charles Eisenstein gesprochen. Er hat gesagt: »Das ist wunderschön, aber wer liest das Buch?«
Wenn ich in die Welt schaue, sehe ich jetzt einen kleinen Teil der Menschheit dort, wo solche Visionen gedacht und gefühlt werden. Der Mainstream hält fest am »Raubtierkapitalismus«, an der Konkurrenzgesellschaft und am Profitstreben. Auch diesem muss ich wahrscheinlich danken. Er hat durchaus auch viel Wohlstand und Möglichkeiten geboten und wahrscheinlich auch viel Armut auflösen können. Mir als Frau wahrscheinlich erst ermöglicht, im gesellschaftlichen Leben teilzuhaben (durch die Technik, die Waschmaschine z. B.).
Was ich im Moment aber sehe, ist, dass beide »Blöcke« feststehen und es keine Wege zueinander gibt. Und ich glaube, dass es das ist, was wir dringend bauen sollten: Wege zwischen beiden, die gangbar sind für viele. So wie es ist, entsteht eine Polarisierung, wo der eine den anderen ausschließt und schlecht macht. Ich lebe in beiden Welten (z. B. benutze ich Schulmedizin und Alternativmedizin, ich lese Ihre Zeitschrift und den »Spiegel«, ich bin Konsumentin und möchte gern und kann oft nicht z. B. Plastik vermeiden u. a. m.). Wahrscheinlich leben viele in beiden Welten und identifizieren sich nur mit einer der beiden.
Ich selbst habe über zehn Jahre Selbsterfahrungswochen auf Selbstversorgerhütten angeboten. Dort lebten wir eine Kultur der Verbundenheit, wie sie von vielen Ihrer Autoren in Ihrer Zeitschrift beschrieben wird. Sowohl in Verbindung mit dem, was uns in der Natur begegnet ist, als auch Rituale (z. B. Medizinrad), innere Arbeit, gemeinsam kochen, Austausch von Erfahrungen, etc. Den Leuten hat es gefallen, aber beim Wieder-eintauchen in die »Normal-Welt« kam es für viele zum Schock (auch für mich). Ich erlebte das oft wie das Eintauchen in einen Stockfischteich. Viele kamen damit nicht zurecht. Ich habe durchaus versucht, die Leute am letzten Tag darauf vorzubereiten. Aber die Differenz zwischen beiden Welten ist groß und alle sind darauf angewiesen, in der »Normalwelt« ihre Brötchen zu verdienen.
So denke ich, dass es der Visionen genug gibt, aber zu wenige Brücken.
Die große Frage ist: Wie können wir eine neue innere Haltung in diese Welt bringen? Das ist, glaube ich, wirklich der entscheidende Schlüssel! Das geht nicht durch Fingerschnipsen oder durch Belehrung. Das geht nur über Erfahrung. Wie können wir das in großem Stil (und der wird nötig sein, wenn es nicht ein Minderheitenprogramm bleiben soll) in die Welt bringen, wie sollen die Leute, die täglich arbeiten, diese Werte umsetzen (wenn Erfolg, Profit und Effizienz die gängigen Werte sind)? Wie können wir aber auch die Errungenschaften des Mainstreams, die förderlich sind, ins alternative Leben einbauen. Sie werden eh benutzt, aber selten gewürdigt. Wie können wir aufhören, einseitig zu denken, zu handeln, uns einseitig zu identifizieren?
 
Gertrud Zechbauer, Salzburg



Sie haben ein seltenes Konzentrat hochkarätiger und brillanter Beiträge zu sämtlichen aktuellen Themen zusammengestellt!
Wunderbar, dass es dieses wertvolle Magazin gibt, das den Leser einlädt, hinzusehen und in einer ehrlichen offenen Art vor allem in sich selbst zu schauen. Zu sehen, in welcher Weise die inneren Landschaften direkt mit den äußeren untrennbar verwoben sind.

Beatrix Podewils, Berg


Glasklare Herz-Hirn-Empfehlung! Kein Magazin lässt zeitgeistreiche Themen und wertvolle Hoffnungsskizzen so miteinander tanzen.

Linda Loren Loose, Eberswalde


Lese gerade die ganz druckfrische evolve Nr. 25 (!!!) und bin völlig begeistert. Bewundernswert, wie ihr diese große Herausforderung, ein Mega-Thema wie die Klimakrise anzupacken, angenommen und umgesetzt habt, und zwar mit positiven und hoffungsvollen Impulsen. Auch Aufmachung und Layout sind sehr überzeugend.

Axel Effner, Chiemgau


Ein großes Danke für die 25. Ausgabe des evolve Magazins!!! Die Intelligenz und Liebe, mit der ihr dieses so wichtige Forum für Bewusstseins- und Kulturentwicklung präsentiert, ist absolut beeindruckend und gerade diese Ausgabe berührt mich zutiefst!!! DANKE!!

Thomas Greinke, Hamburg


Danke sehr für die gelungene 25. Ausgabe eures Magazins – es spricht einer sehr großen Gruppe heutiger Menschen aus dem Herzen, vernetzt und regt an – und motiviert, sich mit voller Kraft für die weiteren vielen kleinen Schritte in sich selbst, vor Ort und in der Welt einzusetzen. Und das Heft bietet auch über die Ästhetik der Land Art viele implizite Impulse, uns mit der Schönheit der gegebenen Welt intensiv zu verbinden.

Michael Heim, Südbaden


Zum Artikel »In der Bedrohung leben lernen« von Nadja Rosmann

Liebe Nadja, auf dem Weg quer durch die Insel auf dem Weg zur Hauptstadt (und Abflughafen) Santo Domingo habe ich im Auto deinen Artikel mit Gänsehaut gelesen. Wenn du dich als Flüchtling auf den Weg nach Europa (oder Amerika, oder …) machst, dann hast du immerhin eine Idee, wozu du dir das antust. Und als Stammesmitglied beruht die Initiation auf einer uralten Erfahrung. Aber jetzt wissen wir nichts! Weder ob, noch wann, noch was, noch mit welcher Auswirkung was geschieht. Und es gibt keine Solidarität. Naturkatastrophen sind ja ähnlich; es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit – aber du weißt es nicht. Bisher waren sie jedoch – zumindest in der Existenzzeit des Menschen immer »nur« regional. Wir wissen nichts. Auch die Wissenschaft weiß letztlich nichts, weil es keine Empirie gibt über das globale Verhalten dieses Planeten. Es kann alles auch ganz anders kommen. Deshalb sind wir vermutlich im Zeitalter der allgemeinen Meditation angekommen. Weil das Sein im Jetzt sowohl Illusionen als auch Panik überwindet. Sonst müsste man ja wohl verrückt werden angesichts deiner präzisen Analyse.
 
Paul Kohtes, Düsseldorf