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Leserstimmen evolve 32

Vielen Dank an das evolve Team für die wunderbare Ausgabe zum »Mythos Markt« als Fortführung des Schwerpunktthemas »Wir alle leben in Mythen«. Nicht nur in meiner Rolle als Unternehmer hat mich das Thema sofort angesprochen. Auch als Mensch, der oft davon träumt, eine »Unternehmung« mal ganz entspannt am Markt vorbei zu starten, haben mich viele Beiträge tief berührt. Eine Unternehmung, die auf neuen Bildern aufbaut, jenseits des so eingefahrenen und erdrückenden, aber eben marktkonformen ZDF (Zahlen, Daten, Fakten)-Programms. Eine Unternehmung, die im Dienst einer sich verändernden Gesellschaft steht und nicht fürchten muss, dafür vom »Markt« durch seine »unsichtbare Hand« postwendend abgestraft zu werden. Eine Unternehmung, in der wir nicht, wie Silja Graupe so treffend auf den Punkt bringt, schweigend miteinander kommunizieren, indem wir Geld benutzen. Eine Unternehmung mit aus heutiger Sicht »verrückten« Unternehmern, die die vermeintlich gottgegebenen Naturgesetze des Marktes einfach mal so ignorieren und versuchen, in nicht marktkonformen, ganzheitlichen Bildern eine neue, verbundene Gesellschaft zu imaginieren.

Und da erscheint die evolve und gibt all diesen vermeintlich verrückten Unternehmern mit einer neuen Erkenntnis frischen Mut: Der Markt ist wohl gar kein natürliches System und folgt somit auch keinem Naturgesetz!

Welche Befreiung für all die eingefrorenen Bilder einer möglichen Zukunft, die bisher nicht lebendig werden durften. Welcher Raum, der sich hier für ein neues Unternehmertum im Dienst der Gesellschaft öffnet. Und wenn ich noch etwas weiter über den fallenden Mythos »Markt« nachsinne … welche Überforderung durch diese neu erlangte Freiheit.

Plötzlich fällt ein Mythos, der Unternehmen über lange Zeit einen klaren Handlungsspielraum vorgegeben hat. Ein »Naturgesetz«, mit dessen daraus abgeleiteten, mathematischen Formeln wir als Unternehmer sehr erfolgreich unsere Angst vor Kontrollverlust verdrängen konnten. Aber auch ein Mythos, der uns und unsere Beziehungen lange Zeit sicher gelenkt und vielen von uns materiellen Wohlstand beschert hat. Wie können wir unsere Fähigkeiten der Imagination in einem Bereich, in dem bis jetzt ein Bilderverbot herrschte, reaktivieren und dabei alle Aspekte mit einschließen, die wir bisher so geschickt (oder auch naiv) als »Externalitäten« ausgeklammert haben?

In jedem Fall habe ich jetzt sehr viele neue Impulse, die wir 2022 im evolve Unternehmerkreis bewegen und vertiefen können. Vielleicht finden wir über die dort gelebte co-bewusste, co-kreative Wir-Raum-Praxis tatsächlich zu einem »Anfang für eine radikale Veränderung«.

Alexander Martinez
evolve Unternehmerkreis
Au i. d. Hallertau


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Ich bin ganz hin und weg ob der Tiefe und Inspiriertheit des Dialogs der Gastgeber bei der Vorbereitung der evolve Salons, aber auch der Reichhaltigkeit des Heftes. Wieder einmal bin ich erstaunt, wie sehr meine eigene persönliche Erfahrung mit den Inhalten des Heftes korrespondiert. »Sand Talk« von Tyson Yunkaporta liegt gerade auf meinem Nachttisch und das Thema indigene Ökonomie berührt mich gerade ganz praktisch in unterschiedlichen Projekten.
Tolle Ausgabe!
Bin auf den Dialog in den Salons gespannt.

Dirk Bräuninger, Salongastgeber Köln


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Die evolve Ausgabe zum Markt hat uns im evolve Salon in Ostwestfalen viel Gesprächsstoff geliefert. Schnell bestand Übereinkunft darin, dass der Markt auch »nur« ein Mythos ist, dass seine Mechanismen und Auswirkungen auf jede/n von uns aber manchmal schwerer zu erkennen sind, als wenn wir über Mythen vergangener Zeiten reden. Sehr bald kamen angesichts der unterschiedlichen Einschätzung zu Token und Blockchain und deren möglichem Potenzial Gedanken zu Demokratisierung und Dezentralisierung und der Lebensdienlichkeit solcher neuen Systeme auf. Wodurch bleibt unsere Lebendigkeit spürbar, was braucht es auf der tiefsten Ebene in uns an Ausdruck und Verwirklichung und wo nehmen wir die Verantwortung für uns wahr im Sinne von Wahr-Nehmen? Ein weiteres zentrales Thema war, inwieweit wir gerade jetzt in der Lage sind, individuell wie kollektiv mit Nichtwissen umzugehen und andere Räume in uns zu aktivieren, sodass wir uns nicht der Falle des Marktes bzw. den Oberflächenphänomenen der derzeitigen Krisen aussetzen. Eine Teilnehmende stellte in den Raum, dass in ihrem sozialen Umfeld gerade die Familien mit Kindern in normalen Jobs mit ihrem Überleben überlastet sind, nicht weil sie Hunger oder unter Geldmangel leiden, sondern unter fehlenden zeitlichen und kräftemäßigen Spielräumen, sich tiefer gehende Gedanken zu machen, wie sie leben wollen. Auch entspannte sich eine spannende Diskussion um Einfachheit und Komplexität – von welchem Platz aus kann ich in Einfachheit auf das Leben schauen und wodurch ist der Platz charakterisiert, der mich an der Komplexität »verzweifeln« lässt? Es war wieder einmal ein sehr fruchtbarer, aber auch intensiv-fordernder Austausch.

Elisabeth Glücks, Minden


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