Aleppo – Scham und Trauer über unser Versagen


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Thomas Steininger und Lucia Heisterkamp im Gespräch
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Einer die Grundsätze, auf denen die Bundesrepublik Deutschland aufgebaut ist, heißt „Nie wieder Auschwitz!“ Gestern habe ich, wieder einmal, Videoaufnahmen von jungen Menschen aus der syrischen Stadt Aleppo gesehen. Diesmal waren es verzweifelte letzte Botschaften an eine Welt, die sie alleine gelassen hat. Letzte Botschaften bevor die Stadt des arabischen Frühlings von der Armee des syrischen Diktators mit russischer Unterstützung völlig überrannt wird. Vielleicht auch die letzten Botschaften ihres Lebens. Seit vielen Monaten kämpft hier der syrische Diktator mit Mitteln des Massenmords an Zivilisten gegen sein eigenes Volk.
Wir, der demokratische Westen, unsere Regierungen – aber auch wir – sehen zu. Diese Sendung von Radio evolve ist eine Sendung der Sprachlosigkeit. Antworten habe ich keine.

Mit Lucia Heisterkamp möchte ich über unsere gemeinsame Fassungslosigkeit angesichts dieses Völkermordes sprechen. Ich weiß, es ist nicht der einzige, der gerade stattfindet. Lucia Heisterkamp hat ihre Masterstudium in Friedens- und Konfliktforschung in Marburg gemacht und ist derzeit für ein Auslandssemester in Jerusalem. Über die letzten Monate hat sie sich intensiv mit dem Thema der vor allem syrischen Flüchtlinge beschäftigt, über viele Wochen auch in den Flüchtlingslagern in Griechenland. Lucia Heisterkamp Mitglied im Verein Desert Rose e.V, der sich um Opfer von Folter und Menschenhandel auf dem Sinai kümmert.

Ich möchte aber auch Sie, liebe Freunde von Radio evolve bitten, sich aktiv an dieser Sendung über die Tragödie von Aleppo einzubringen, per email aber am besten auch per Telefon. Das ist ist keine gewöhnliche Sendung von Radio evolve. Vielleicht ist es auch ein Akt der Hilflosigkeit. Aber lassen Sie uns zumindest über unsere Sprachlosigkeit, unseren Schmerz und unsere Trauer angesichts der Gräuels sprechen.