Die Kultivierung der Gefühle


Wir stellen alle unsere Radiosendungen kostenfrei zur Verfügung.
Unterstützen Sie uns mit einer Spende.
Schon ein kleiner Beitrag hilft Radio evolve.
Danke.
.
Wenn Sie eine Spende als normale Überweisung vornehmen möchten, so erreicht uns das unter:
emerge bewusstseinskultur e.V.
IBAN: DE11 4306 0967 6028 9037 00
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Spende Radio evolve
.
.
Thomas Steininger und Peter Dreitzel im Gespräch
.
Der Soziologe und Gestalttherapeut Hans Peter Dreitzel spricht davon, wie unsere postmoderne Kultur eine Kultur war, in der wir unser emotionales Sensorium neu entdeckten. Vielleicht war diese «Entdeckung der Gefühle» eine der größten kulturellen Leistungen der jüngeren Geschichte. Die Gestalttherapie war eine der kulturellen Motoren dieser Entwicklung. Aber unsere emotionale Sensibilität „muß gepflegt und behütet werden, damit sie nicht durch Vulgarisierung, Banalisierung, Sentimentalisierung oder einfach Abstumpfung auf einer primitiven Entwicklungsstufe stehen bleibt. Dies ist heute die zivilisatorische Aufgabe unserer ganzen Kultur, zu lösen nur durch Förderung der ästhetischen Bildung und einer musischen Erziehung.“
Wir stehen, so Hans Peter Dreitzel, auch durch die rasante Globalisierung vor einer Situation, in der es keine Grenzen mehr gibt. Grenzen, die früher in der Lage waren, uns und unsere Identität zu schützen und zu halten. Unsere Sinnlichkeit braucht mehr denn je auch Halt. Diesen Halt finden wir in unserer Fähigkeit zur Reflexion. Die neue Kultur, für die Hans Peter Dreitzel plädiert, nennt er eine Kultur der reflexiven Sinnlichkeit.





2 Gedanken zu “Die Kultivierung der Gefühle

  1. Das war für mich ein ganz reichhaltiges Gespräch. Die Kultivierung und Pflege der Sinnlichkeit ist gerade in einer allzuoft leibvergessenen Zeit von größter Bedeutung. Dazu fallen mir Eduard Kaesers Gedanken zu „Kopf und Hand“ ein (https://www.manuscriptum.de/autoren/k/kaeser-eduard/kopf-und-hand.html). Er beschreibt sehr klar, den Zusammenhang zwischen dem Tun mit den Händen und dem Denken:“… alle geistigen Tätigkeiten fordern ein Gefühl für den Stoff, ein Materialbewusstsein, ein handwerkliches Verständnis, Taktgefühl – Tastgefühl“ (ebd.53)
    Und in einem etwas weiteren Bogen bin ich auch an Wolfgang Welschs Idee des “ Homo Mundanus“ erinnert. Wir sind welthaltige Wesen und unser Empfinden und Erkennen ist welthaltig, vermag uns also mit der Welt zu verbinden, sofern wir uns nicht in sinn(en)losen Abstraktionen verheddern …

  2. Und der nächste Schritt ist meiner Ansicht nach die Entwicklung des Zuhörens, der Emphatie und schliesslich des Lernprozesses, harmonisch und synchron in Gruppen zu leben und gleichzeitig die eigene Individualität in tiefen Ebenen der Psyche zu entwickeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Besuchen Sie uns auf Facebook
ANZEIGEN